der BBE AG werden in der Wintersaison erzielt. Diesen Anteil können wir nicht von heute auf morgen ersetzen. Der Winterbetrieb ist die Finanzierungsgrundlage für alle anderen Projekte. Ohne Schneesicherheit im Winter fehlt das Geld für die Sommerinfrastruktur. Warum sollen Steuergelder und Korporationsgeld in ein privates Unternehmen investiert werden? Alfred Bossard: Die BBE AG ist kein klassisch privates Unternehmen. Die Gemeinden Emmetten und Beckenried sowie die Genossenkorporatio- nen Emmetten und Beckenried sind seit Jahrzehnten Aktionäre. Sie sind bereits investiert. Eine Nichtunterstützung des Beschneiungsprojekts bedeutet nicht, das Geld zu sparen – es bedeutet, den Wert der bereits bestehenden öffentlichen Investitionen zu gefährden. Hinzu kommt: Ohne funktionsfähige Bergbahnen verliert die Region Steuereinnahmen, Arbeitsplätze und die Attraktivität als Tourismusdestination. CHF 13.3 Millionen für die Beschneiung – das ist doch überdimensioniert für ein kleines Skigebiet! Walti Odermatt: CHF 13.3 Millionen für die erste Ausbauphase (ohne Gebiet Chälen) ist der Preis für eine professionelle, zukunftsfähige Infrastruktur auf 200000 Quadratmetern Beschneiungsfläche. Das ist vergleichbar mit dem, was mittelgrosse Skigebiete in der Zentralschweiz investieren. Zum Vergleich: Das Wikkelhouse Village, die Ferienwohnungen und das Restaurant kostet rund CHF 10 Millionen – und diese Finanzierung ist bereits vollständig gesichert. Das zeigt, dass erfahrene Investoren den Wert unserer Klewenalp-Stockhütte anerkennen. Was genau wird gebaut? Walti Odermatt: In der ersten Phase bauen wir eine Pump- und Trafostation beim Ausgleichsbecken «Napf», eine Wasser-Transportleitung auf die Klewenalp, eine Pumpstation und entsprechende Kühltechnologie für die Schneeproduktion, eine Erweiterung der bestehenden Pistenfahrzeughalle sowie die Verteilleitungen für die Schneeerzeuger. Beschneien werden wir den Klewenboden, Ergglen, Junior, Klewenstock inkl. neue Trainingspiste sowie den Verbindungsweg zum Chälen und bis ins Ängi-Tal – zusammen ergibt dies rund 200 000 Quadratmeter. Der Betrieb der Beschneiungsanlage verbraucht enorme Wassermengen – wo kommt das Wasser her? Walti Odermatt: Das Wasser wird aus dem natürlichen und sehr ergiebigen Bezugsort beim «Napf» bezogen. Die Pump- und Trafostation befindet sich beim Ausgleichsbecken «Napf», welches vom Lielibach, vom Mühlebach und vom Ischenstollen gespeist wird – das ist eine geprüfte und technisch sinnvolle Lösung, in Zusammenarbeit mit dem Gemeindewerk Beckenried. Das Wasser fliesst im Frühling als Schmelzwasser wieder in den natürlichen Kreislauf zurück. Das System ist kein offener Kreislauf, der Wasser verbraucht, sondern ein saisonaler Puffer. Die Wassernutzungskonzession wird im Rahmen des Bewilligungsverfahrens beantragt. Eine Transportleitung vom Napf auf die Klewenalp ist ein massiver Eingriff in die Natur! Walti Odermatt: Das Ziel ist, die Wasser-Transportleitung mit weiteren Werkleitungen zu kombinieren und gemeinsam zu realisieren. Die Eingriffe aufgrund der Grabarbeiten sind temporär. Im Bereich der Steilstrecke sind vorwiegend temporäre Rodungen erforderlich. Nach Abschluss der Bauarbeiten werden betroffene Flächen renaturiert. Das Projekt wurde dem Raumplanungsamt, der Fachstelle für Natur- und Landschaftsschutz des Kanton Nidwalden und den Umweltschutzverbänden präsentiert. Das grundsätzliche Verständnis und die wirtschaftliche Notwendigkeit wurden erkannt. Ein Landschaftsarchitekt wird beigezogen, um alle Bauten optimal in das Landschaftsbild zu integrieren. Beschneiungsanlagen verbrauchen massiv Strom – wie verantworten Sie das ökologisch? Walti Odermatt: Moderne Beschneiungsanlagen sind hocheffizient und werden gezielt und zeitlich begrenzt betrieben – nur wenn die Temperaturen
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