Der Landrat hat den Nachtragskredit für das Sozialamt genehmigt. Der Handlungsdruck ist unbestritten, doch die strukturelle Antwort bleibt unklar. Die Diskussion folgt einem bekannten Muster: kurzfristige Stabilisierung über zusätzliche Mittel, ohne die zugrunde liegenden Führungsfragen konsequent zu klären. Rückmeldungen aus den Gemeinden weisen auf Defizite in der Einbindung hin. Anpassungen erfolgen teilweise kurzfristig und vor politischer Abstimmung. Das schwächt die institutionelle Abstimmung, untergräbt Vertrauen und erschwert eine verlässliche Zusammenarbeit zwischen Kanton und Gemeinden. Auch die öffentliche Debatte fokussiert stark auf (zusätzlichen) Ressourcen. Die Frage, wie das System geführt und gesteuert wird, bleibt im Hintergrund. Dabei ist genau dies entscheidend für Wirksamkeit und Nachhaltigkeit. Ein funktionierender Sozialdienst braucht klare Prozesse, eindeutige Verantwortlichkeiten und eine belastbare Führungsstruktur. Diese Grundlagen sind derzeit nicht ausreichend ausgeprägt. Mehr Mittel ohne strukturelle Klärung verstärken bestehende Ineffizienzen und schaffen zusätzliche Abhängigkeiten. Fehlende Ordnung heute führt zu steigenden Kosten und wachsender Komplexität morgen. Wer Steuerung vernachlässigt, verliert mittelfristig die Kontrolle über Wirkung und Aufwand. Entscheidend ist deshalb nicht primär die Höhe der eingesetzten Mittel, sondern die Qualität der Führung. Die zentrale Frage bleibt: Wie wird das System verbindlich gesteuert, koordiniert und weiterentwickelt und nicht nur finanziert? Dominik Steiner, 2. Landratsvizepräsident braucht Strukturen! Das Sozialamt Nidwalden FDP.Die Liberalen Nidwalden fdp-nw.ch Wir machen Nidwalden stark! Nidwalden Randspalte_Sozialamt_NW.indd 1 13.04.26 08:02
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