Endlich wieder atmen Anna hätte nicht gedacht, dass sie so weit kommen würde. Monate voller Stress hatten ihr Herz schwer gemacht. Alles fühlte sich wie einziges Muss an. Sie wusste: Etwas musste sich ändern. Sie wusste nur nicht, was. Die Mitarbeiterin des Blu Rooms lächelte sanft, so als könnte sie die Müdigkeit in Annas Augen lesen. „Hier kannst du loslassen. Für einen Moment. Einfach sein.“ Anna nickte – mehr war nicht nötig. Im Blu Room war es still. Das blaue Licht legte sich wie ein warmes, tröstendes Tuch über sie. Die Musik vibrierte tief in ihrem Körper, fast wie ein Herzschlag, der nicht drängte, sondern trug. Zum ersten Mal seit langer Zeit spürte Anna sich selbst wieder – nicht als Funktion, nicht als Rolle, sondern einfach als Mensch. Tränen kamen. Ohne Dramatik. Leise. Natürlich. Als würden sie etwas fortspülen, das viel zu lange dagewesen war. Die Erinnerungen, die auftauchten, waren zart: ein Sommertag mit ihrem Vater, das erste Lachen ihres Kindes, ein Moment auf einem Hügel, an dem sie sich einmal frei gefühlt hatte. Dinge, die sie v vergessen hatte, weil das Leben zu laut geworden war. Als die Tür wieder aufging, fühlte sich Anna leichter. Nicht geheilt, n nicht neu – aber verbunden mit sich selbst. Und das war der Anfang, d den sie gebraucht hatte.
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