Zusammenhalt in Zeiten der Gereiztheit Weihnachten ist ein idealer Moment, um daran zu denken, dass wir alle gemeinsam unseren schönen Kanton Nidwalden mitgestalten. Florian Grendelmeier, Fraktionspräsident FDP. Die Liberalen Nidwalden, hat sich dazu folgende Gedanken gemacht: Es gab Jahre, in denen politische Debatten ruhig verliefen – nicht konfliktfrei, aber getragen von einem gemeinsamen Grundverständnis: Wir wollen unser Land zusammenhalten. Dieses Jahr fühlte sich anders an. Die Tonalität hat sich verschoben. Kleine Themen eskalieren, grosse Themen polarisieren und soziale Medien tun das, was sie am besten können: Sie verstärken jede Emotion, ohne Verantwortung für deren Folgen zu übernehmen. Stimmung wird immer nervöser Und mittendrin stehen Menschen, die Politik gestalten sollen. Menschen, die Entscheidungen treffen müssen, obwohl die öffentliche Stimmung immer nervöser wird. Wer politische Verantwortung trägt, spürt diese Veränderung täglich: mehr Zuschriften, mehr Widersprüche, mehr Gereiztheit. Und gleichzeitig eine stille Sehnsucht nach Verlässlichkeit. Fördern wir die Fähigkeit zum Dialog? Vielleicht liegt gerade darin der Schlüssel: Zusammenhalt entsteht nicht in Hochglanzbroschüren oder politischen Sonntagsreden. Er entsteht im Alltag – dort, wo Menschen sich zuhören, Konflikte nicht moralisieren und unterschiedliche Perspektiven aushalten. Auch Politik muss sich diese Frage gefallen lassen: Fördern wir die Fähigkeit zum Dialog oder bedienen wir reflexhafte Stimmungen? Nidwalden lebt von Vertrauen Gerade ein kleiner Kanton lebt von Vertrauen. Von kurzen Wegen, direktem Kontakt, unkomplizierter Zusammenarbeit. Aber auch diese Stärken geraten unter Druck, wenn Erwartungen steigen und Entscheidungswege komplexer werden. Politik muss dieser Entwicklung etwas entgegensetzen: Transparenz, Klarheit, Berechenbarkeit. Und vor allem den Mut, Unpopuläres zu erklären, statt zu verschleiern.
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